Sonntag, 25. April 2010

Impressionen...

Erster Post im neuen Jahr - mit dem Frühling scheinen bei mir auch die blogproduktiven Lebensgeister wieder erwacht zu sein. Umso lebendiger das Treiben im Freien! Ein paar Eindrücke...

  • der Sportplatz, der je nach Laufen im oder gegen den Uhrzeigersinn anders duftet;
  • morgens um halb 8 bei klarer Luft und ausgestorbener Innenstadt am Leiter der Philharmonie vorbeilaufen, der japanisch in sein Handy spricht;
  • um 23 Uhr beim Heimfahrrad- von der Uni und Vorbeifahren an Straßenlaternen von immer neu ansetzenden, rasenden Schatten verfolgt werden;
  • sein eigenes, von einer Frühlingsbrise erfrischtes, schwärmerisches Gesicht mit (zu...) roten Bäckchen im Internet entdecken;
  • vor der Mainau in Hoffnung auf betörenden Duftgenuss mit leeren Lungen in eine Abgaswolke geraten und zugleich auf das Schild 'Bio-Burger' aufmerksam werden;
  • gestresst aus dem Bioladen kommen, weil zu viel los ist;
  • durchdrehen, weil es draußen viel zu schön(früh) ist, um wahr(m) zu sein.
...to be continued.

Freitag, 9. Oktober 2009

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Jaja, die Linse. Hört sich in sämtlichen Sprachen fast gleich an, dabei ist sie ein außerordentlich wandelbares kleines Körnchen, deren Mutterpflanze zu den Hülsenfrüchten gehört. In Indien gibt es allein über 50 Sorten! Sie ist leichter verdaulich als Erbsen oder Bohnen (besonders die grüne Puy-Linse, die schon geerntet wird, bevor sich unverdaulicher Zucker bildet), und besitzt darüber hinaus ein ziemlich hohen Eiweißanteil von 25-30%, wobei die biologische Wertigkeit in Verbindung mit Weizenprotein (Verhältnis 1 zu 3) sogar einen ungefähren Wert von 100 (im Gegensatz zu Fleisch mit ca. 90) erreicht.

Deswegen heute mal zwei Linsenrezepte (letzteres ausprobiert und für gut befunden):

1. Linsensalat mit sanft gegartem Lachs (bitte Bio-Zuchtlachs oder Wildlachs mit msc-Siegel) (4 Personen)

100 g grüne Linsen
50 g rote Linsen
2 Frühlinszwiebeln
120 ml Orangensaft
2 El Obstessig
Salz
Pfeffer
5 El Olivenöl
600 g Lachsfilet (ohne Haut)
2 El Thymianblättchen
1 Radicchio (220 g)
1 roter Apfel

1. Grüne Linsen in kochendes Wasser geben und 30 Min. kochen lassen. Rote Linsen in kochendem Wasser 8-10 Min. bissfest kochen. Wenn alles Wasser aufgenommen wurde, abkühlen lassen.

2. Inzwischen die Frühlingszwiebeln putzen, das Hellgrüne in Ringe schneiden, das Weiße fein würfeln. Frühlingszwiebelwürfel, Orangensaft und Obstessig verrühren, kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. 3 El Olivenöl untermischen. Grüne und rote Linsen mit dem Dressing mischen.

3. Lachs in 5 cm breite Streifen schneiden und rundum mit Salz und Pfeffer würzen. Rundum mit insgesamt 2 El Olivenöl bestreichen, auf ein gefettetes Blech setzen und mit Thymian bestreuen. Blech mit hitzebeständiger Klarsichtfolie überziehen. Im vorgeheizten Ofen bei 100 Grad (Gas 1, Umluft nicht empfehlenswert) auf der 2. Schiene von unten 20-30 Min. garen.

4. Radicchio waschen, trockenschleudern und in feine Streifen schneiden. Apfel auf einem Küchenhobel in feine Stifte bis zum Kern- gehäuse hobeln. Radicchio, Apfelstifte und Zwiebelringe unter die Linsen heben. Salat evtl. mit Salz und Pfeffer nachwürzen und mit dem Lachs anrichten.


2. Gebackener
Kürbis und Brokkoli mit lauwarmer Linsenvinaigrette (1 Person)

80 g grüne Puylinsen
Gemüsebrühe
1/2 Zwiebel
1/2 Möhre, in Würfel geschnitten
1 Zweig Thymian
1 Tl Koriander
1 Tl Oregano , getrocknet
0,5 Tl Fenchelsamen
1 Teelöffel Olivenöl
1 Teelöffel Balsamicoessig
1/4 Hokkaido- oder Butternutkürbis, in Stücke geschnitten
eine Handvoll Brokkoliröschen

1. Die Linsen in einem Topf mit der Gemüsebrühe, der Zwiebel, der Möhre und dem Thymian für 20 Min. kochen und abkühlen lassen.

2. Währenddessen den Kürbis mit Koriander, Oregano, und Fenchelsamen bestreuen, mit Ghee, Butterschmalz oder Bratöl beträufeln und im Backofen bei 200°C backen, bis er weich ist.

3. In einem Dämpfer die Brokkoliröschen bissfest dämpfen.

4. Olivenöl und Balsamicoessig zu den Linsen hinzufügen, leicht erwärmen und über den Brokkoli und den Kürbis geben.

Dazu passen Kartoffeln oder Reis.

Guten Appetit und viel Spaß beim Nachkochen!

Dienstag, 6. Oktober 2009

Die schädliche Biolandwirtschaft

Ja, tatsächlich, die Biolandwirte tragen zutiefst boden- und organismusschädigendes Kupfer auf ihre Böden auf. Das ist natürlich nicht gut, dabei wird aber vergessen, dass die konventionellen Grenzwerte bei dem Drei- bis Vierfachen der Grenzwerte von Bioland-Bauern liegt: Nämlich bei 12-15kg pro Hektar und Jahr gegenüber maximal 3kg. Auch wenn es sich leider also nicht ganz vermeiden lässt, auf Kupfer zu verzichten, um Pilzkrankheiten in Schach zu halten, versucht der Biolandwirt es trotzdem so schonend wie nur möglich einzusetzen. Nähere Infos dazu von der BÖLW und von Bioland hier und hier.

Mittwoch, 30. September 2009

Schnell ein Link...

...zu einem außerordentlich interessanten Artikel zur Künstlichen Intelligenz (oder auch eben nicht). Unbedingt lesen!

Dienstag, 29. September 2009

Wer möchte diese Schokolade?

Ein neues Kunststoffmodell der Bio&Fair-Schokoladenfirma Zotter: Forelle wird zu einer selbstgemachten Marshmallowschicht verarbeitet, auf einer zarten rosa Kokosschicht gebettet und mit Fenchel und Zitrone abgerundet. Guten Appetit! Mehr Kreativität geht nicht mehr... Fragt sich nur, ob die Forelle auch wirklich aus einer Biozucht stammt. Zotter als meine Lieblingsschokoladenmarke hin oder her- diese Sorte muss erst noch genauer geprüft werden, bevor ich Zotter weiterhin mein sehr kritisch, aber bisher uneingeschränkt vergebenes Wohlwollen schenke. Wer spendiert einer armen Studentin ein Probeexemplar?

Einleitung zur Biochemie

Der Beginn der Biochemie-Vorlesung, der ich mich gerade widme, ist durch folgendes Gedicht von Robert Gernhardt (1937-2006) geprägt, welches ich auch den Lesern meines Blogs nicht vorenthalten möchte:

7 mal mein Körper

Mein Körper ist ein schutzlos Ding, wie gut, daß er mich hat.
Ich hülle ihn in Tuch und Garn und mach ihn täglich satt.

Mein Körper hat es gut bei mir, ich geb' ihm Brot und Wein.
Er kriegt von beidem nie genug, und nachher muß er spein.

Mein Körper hält sich nicht an mich, er tut, was er nicht darf.
Ich wärme mich an Bild, Wort, Klang, ihn machen Körper scharf.

Mein Körper macht nur, was er will, macht Schmutz, Schweiß, Haar und Horn.
Ich wasche und beschneide ihn von hinten und von vorn.

Mein Körper ist voll Unvernunft, ist gierig, faul und geil.
Tagtäglich geht er mehr kaputt, ich mach ihn wieder heil.

Mein Körper kennt nicht Maß noch Dank, er tut mir manchmal weh.
Ich bring ihn trotzdem übern Berg und fahr ihn an die See.

Mein Körper ist so unsozial. Ich rede, er bleibt stumm.
Ich leb ein Leben lang für ihn. Er bringt mich langsam um.

Sonntag, 27. September 2009

Vom Wissen und Wählen

Schon erschreckend, wenn man beim Bedienen des Wahl-o-mats feststellen muss, wie sehr man doch bei politischen Fragen aus dem Bauch heraus entscheiden muss. "Mhm, ja, das hört sich gut an", "Na, das aber eher nicht", sind Gedanken, der einem bei den ausgerufenen Thesen der Parteien doch häufiger kommen als der gedankliche Verbindungsaufbau zu einem differenzierten Informationsnetzwerk, das man sich über die Jahre hinweg durch intensive Diskussionen, wissenschaftliches Arbeiten und Auswerten von Studien eingerichtet hat. Mal ehrlich: Wer weiß denn so genau Bescheid darüber, wie sicher Atomkraftwerke wirklich sind, wer hat die genauen Zahlen im Kopf derjenigen, die durch die Studiengebühren benachteiligt sind? Entweder man ist multidisziplinärer Wissenschaftler, der sich über alle Im- und Komplikationen im Klaren ist und damit kompetenter Wähler oder ein emotional willfährig selektiv auf einzelne Komponenten von politischen Themen ansprechender... - ja, was? Wähler, ist man dennoch, auch wenn es mir schwer fällt, die Berechtigung dazu anzuerkennen. Man will vielleicht günstigen Strom- also Atomkraftwerke her! Was aber, wenn dieser Mensch die Folgen nicht kennt und, wenn er sie kennen würde, strikt gegen Atomkraftwerke wäre? Nun kann kein Mensch dieser Welt vollständige und exakte Vorhersagen machen, aber ein wenig mehr Aufgeklärtheit sollte man sich doch wünschen. Beängstigend, wenn man sich vorstellt, dass in der Demokratie das Volk herrscht(/en sollte), welches nach fast kindlich naiven Maßstäben entscheidet. Wie aber diese Umstände ändern? Wer hat neben Beruf, Familie, Freunden, Hobbies überhaupt Zeit jedes politische Thema bis ins letzte zu durchleuchten? Selbst, wenn man nicht selbst Wissenschaftler ist, könnte man zwar auf die Arbeit anderer zurückgreifen, aber wie den ungeheuren Wissensmarkt jemals vollständig durchstreifen, geschweige denn überblicken? Es bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass im Kollektiv des Volkes irgendeine höhere Intelligenz zu finden ist, die sich letztlich richtig entscheidet. Diese Hoffnung kann sich letztlich im Nachhinein immer als erfüllt beweisen, wenn wir die gegenwärtigen Verhältnisse gegenüber möglichen Alternativen als besser auszeichnen: "Es hätte ja auch schlimmer kommen können!" Aber nicht auch besser?